Baumkataster und Baumschutzordnung

Desinteresse, Passivität oder gar Misstrauen gegenüber kommunalpolitischen Entscheidungen rühren oft von Unkenntnis. Ursache dieser Unkenntnis von Bürgerinnen und Bürgern sind entweder fehlende Informationen oder das Nicht- bzw. Falschverstehen vorliegender Informationen.

 

Darum möchte ich hier etwas zu Ihrer Information beitragen.

 

„Wenn ich nur daran denke, kann ich das Benzin in der Luft schon riechen“.

Mit diesem Satz von Jan Schmidt (CDU) begann der Artikel „Lieber Bäume pflanzen als zählen“ am 26.10.2018 in den Uetersener Nachrichten.

 

In diesem Artikel spricht sich die CDU Moorrege gegen ein Baumkataster und eine  Baumschutzsatzung aus.

 

Viele werden sich jetzt fragen:

„Was ist ein Baumkataster oder eine Baumschutzsatzung“?

 

Ein Baumkataster ist die Bestandsaufnahme aller Bäume ab einem gewissen Alter in der Gemeinde.

Die Vorteile eines Baumkatasters sind Klarheit und Übersicht des Baumbestandes, Zustand jedes einzelnen Baumes (wichtig z.B. bei Haftungsfragen), bessere Übersicht der Baumkontrollen, vereinfachte Pflegemaßnahmen, Gefahren durch hohe Schädlingsdichte schnell lokalisieren, Schadensmeldungen können zugeordnet werden.

 

Die Baumschutzsatzung ist ein rechtliches Instrument und kann von einer Gemeinde erlassen werden, um für private Grundstückseigentümer die Voraussetzungen festzuschreiben, unter denen sie Bäume auf ihrem Grundstück fällen dürfen.

Damit soll vor allem der für das Gemeindebild und Gemeindeklima/ Gemeindeökologie wichtige ausgewachsene Baumbestand geschützt werden.

Eine Baumschutzsatzung, die vielleicht nur für Bäume ab einem gewissen Alter zum Tragen kommt, kann verhindern, dass z.B. durch Bebauung schützenswerte Bäume oder Knicks gerodet werden.

 

Das Argument der CDU, die Bürgerinnen und Bürger von Moorrege würden sofort alle ihre Bäume fällen,

wenn nur der Gedanke an ein Baumkataster oder eine Baumschutzsatzung geäußert wird, ist schon grenzwertig. Den Bürgerinnen und Bürgern wird damit unterstellt, dass ihnen Umweltbewusstsein fehlt.

 

Wir von der BI-Gegenwind finden die Ablehnung der CDU sehr schade. Denn gerade die Natur ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. In den letzten Jahrzehnten wurde der Natur weltweit sehr geschadet.

Warum nicht im Kleinen beginnen, die Natur zu schützen und somit Weitblick für die Zukunft zu zeigen?

Unsere Enkel und Urenkel werden es uns danken.

 

Der Vorschlag der CDU, die Neuanpflanzung von Bäumen finanziell zu fördern oder auch für jedes

Moorreger Baby einen Baum zu pflanzen, findet unsere volle Zustimmung.

Aber das geht auch mit Baumkataster und Baumschutzordnung.

 

Eine Anwohnerin der „Alten Schule Oberglinde“ kämpft gerade um ihre alte Eiche.

Und auch die BI-Gegenwind hat, mit Hilfe der SPD, um den Erhalt der leider gerodeten Linden und Eichen

auf dem Areal der „Alten Schule Oberglinde“ lange gekämpft. Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns

dabei unterstützt. Mit einer vorhandenen Baumschutzordnung würde es für solche Probleme klare

Regelungen geben. Und einige Bäume könnten noch leben.

 

Es gibt ja schon grundsätzliche Baumschutzregelungen, die eingehalten werden müssen. Vom 1. März bis 30. September dürfen z.B. keine Bäume gefällt werden.

 

Und dass einzelne Bäume zum Naturdenkmal erklärt werden und dadurch geschützt sind, reicht nicht aus.

Klima- und Naturschutz sollte allen wichtig sein denn:

die Natur braucht die Menschen nicht, aber die Menschen brauchen die Natur!

 

Ihre

Ute Tobuschat

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