Vorher-Nachher Vergleich - Wer gewinnt?

Im Fernsehen laufen immer die tollen „Vorher-Nachher“-Shows. Neue Frisur, neues Styling usw.

Und jedes Mal ist die „Nachher-Version“ 1000mal besser als die „Vorher-Version“.

 

In Moorrege gibt es die „Vorher-Nachher“-Umgegend.

Nur ist meines Erachtens nach in diesem Vergleich die „Vorher-Umgegend“ eindeutig 1000mal besser.

 

Nun wird der eine oder andere von Ihnen einwerfen: „Wir brauchen ja mehr Wohnraum!“.

Dem stimme ich voll zu. Aber in diesem speziellen Fall hätte Wohnraum auch entstehen können,

wenn der Altbestand (also Vorherbestand) mit in die Bebauung einbezogen worden wäre.

Natürlich hätten dann nicht ca. 30 Wohnungen gebaut werden können.

Aber es wäre ein kleines Stück Geschichte von Moorrege und der Natur erhalten geblieben.

 

Der zweite Wohnblock auf dem Areal „Alte Schule Oberglinde“ ist nun mein direkter Nachbar. Wenn ich früher morgens aus dem Fenster schaute, sah ich Bäume, heute sehe ich einen Wohnblock. Die Dimension des Wohnblocks erschlägt mich jedes Mal.

In die ersten Wohnungen, egal ob EG oder OG, kann ich direkt durch die Fenster schauen. Und wenn ich aus meiner Haustür trete und die Bewohner auf ihrer Terrasse sitzen, kann ich sehen, was sich auf ihren Tellern befindet.

Soviel nachbarliche Nähe muss nicht sein!

 

Die Häuser wurden nach § 34 des BauGb (Baugesetzbuch) gebaut. Dort gilt unter anderem das sogenannte Einfügegebot. Der § 34 des BauGb - § 1 Satz 2 lautet: Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden“.

 

Die neuen Wohnblöcke fügen sich durch ihre Größe aber nicht in die Umgebung ein. Die anderen, umliegenden Wohnblöcke haben weniger Wohnungen und wirken dadurch nicht so massiv. Und zum Siedlerweg hin stehen nur Einfamilienhäuser. Eine Anwohnerin im Siedlerweg wird in Zukunft nur noch auf den dritten Wohnblock schauen können. Ich kann ihre Frustration, die sie jetzt schon hat, gut verstehen. Für mich ist der zweite Wohnblock vor meinem Fenster auch immer wieder ein erdrückender Anblick.

Ob die gesunden Wohnverhältnisse gewahrt wurden, das muss jeder für sich bewerten.

 

Für mich persönlich, die sich bewusst entschieden hat, auf dem Dorf zu leben, sind es jetzt keine gesunden Wohnverhältnisse mehr. Für mein Empfinden wurde die Lebensqualität der unmittelbaren Anwohner stark reduziert.

 

Und das Ortsbild?  Sehen Sie sich die Bilder an und entscheiden Sie selbst.

Meine Meinung: Das Ortsbild hat leider eine starke Beeinträchtigung erfahren.

 

Ich freue mich auf Kommentare von Ihnen.

 

Ihre

Ute Tobuschat


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