Wer kennt sie nicht, unsere „Alte Schule Oberglinde“?

Jeder geborene Moorreger weiß, welches Gebäude gemeint ist. Einige sind dort sicher sogar

noch zur Schule gegangen.

Die „Alte Schule Oberglinde“ gehört zu Moorrege, sie ist eines unserer wenigen Wahrzeichen.

Auch die vor über hundert Jahren angepflanzte Baumgruppe gehört unwiderruflich dazu.

 

 

Ein kleiner Einstieg in die Geschichte der „Alten Schule Oberglinde“:

 

1900 gab es in Moorrege bereits 278 Schüler. Durch den Zuzug von Mitarbeitern der

Alsen-Zementfabrik wurde der Bau neuer Wohnhäuser erforderlich, die überwiegend heute

noch beiderseits der Pinneberger Chaussee stehen.

 

Der Zuwachs an Bevölkerung sorgte Anfang des 20. Jahrhunderts auch für einen Anstieg der Schülerzahlen.  Allein in Oberglinde gab es 60 Schulkinder.

 

Daraufhin wurde beschlossen, in diesem Ortsteil eine eigene Schule zu errichten.

Die Zementfabrik schenkte der Gemeinde den dafür erforderlichen Bauplatz.

 1908 wurde mit dem Bau begonnen.

 

Dies erledigte Maurermeister Adolf Schmidtpott (Betriebsgelände in der Schultwiete – später Kirchenstraße).  Als 1911 die Schülerzahl in Oberglinde auf 116 angewachsen war,  wurde ein zweiter Klassenraum mit einer 2. Lehrerwohnung angebaut.

 

1931 war es mit der Blütezeit der Zementfabrik vorbei, was dazu führte, dass die Oberglinder Schule einklassig wurde. Es blieb praktisch nur eine Grundschulklasse übrig, während die

älteren Schüler nach Moorrege gehen mussten.

 

1930 wurde die Schule stillgelegt und nach Berichten und Anzeigen in den Uetersener Nachrichten nebenbei als „Kaderschmiede“ der NSDAP genutzt.

Hitlerjugend und Jungmädel veranstalteten auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten ihre Zusammenkünfte und Schulungen.

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Schulbetrieb wieder in zwei Klassenräumen aufgenommen, da jetzt zahlreiche Flüchtlingskinder zu beschulen waren. Alle Kinder, die östlich der Wedeler Chaussee wohnten, gingen nach Oberglinde zur Schule.

 Die Lehrer König und Oestreich bewohnten mit ihren Familien die Dienstwohnungen.

 

1958 fand unter deren Aufsicht die letzte Prüfung der Viertklässler aus beiden Moorreger Schulen zur Aufnahme in die höheren Schulen (Ludwig-Meyn-Gymnasium und Mittelschule (heute Rosenstadtschule) statt.

 

Danach wechselten auch die Oberglinder Kinder in die neu erbaute Grund- und Hauptschule an der Klinkerstraße. 

 

 

Durch den Verkauf des Areals incl. „Alte Schule Oberglinde“ und der Baumgruppe sollen dort drei Wohnblöcke entstehen.

 

Aus den vorliegenden Plänen vom  März 2017 geht hervor, dass die „Alte Schule Oberglinde“ abgerissen und die Baumgruppe gerodet werden soll. Dadurch geht ein Stück Historie in Moorrege verloren.

 

Das wollen wir verhindern!

Wir  haben am 16.05.2017 ein Bürgerbegehren bei der Kommunalaufsicht in Pinneberg einreicht.